RA Koll @Twitter

Cybercrime – Polizei mag keine Datenschützer, Bürgerrechtler und Privatermittler

Am 19. und 20. Februar 2013 tagt in Berlin der 16. EuropĂ€ische Polizeikongress zum Thema “Schutz und Sicherheit im digitalen Raum”. Die Schwerpunktsetzung auf das Thema Cybercrime begrĂŒĂŸt auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Dabei scheint die Polizei jedoch gerne unter sich zu bleiben, wie heise online meldet. Namentlich die Piratenpartei kritisiert den Polizeikongress als “Eliteveranstaltung von Sicherheitsideologen”.

Interessant fand ich in diesem Zusammenhang, dass die TeilnahmegeĂŒhr – laut Aussage der Piratenpartei – bei 895 Euro pro Teilnehmer liegen soll. Ein stolzer Preis, selbst Anwaltskongresse gibt es hĂ€ufig preiswerter! Dies war mein erster Gedanke. Welcher Polizeibeamte zahlt fĂŒr eine Tagungsteilnahme solche Summen? Mein zweiter Gedanke. Ok, wenn ĂŒberhaupt, dann zahlt es ja vermutlich der Dienstherr. Mein dritter Gedanke.

Bei diesen Preisen wundere ich mich auch nicht, dass die Polizei, laut Aussage des GdP-Vorsitzenden Witthaut, mehr Technik, Ausbildung und Personal zur BekĂ€mpfung der “digitalen KriminalitĂ€t” braucht. Mein Tipp: An SeminarbeitrĂ€gen sparen, dann bleibt noch was ĂŒbrig im Haushalt zur VerbrechensbekĂ€mpfung ;-).

 

Ein Wort auch an die Kritiker: Eine Veranstaltung, die “Polizeikongress” heisst, lĂ€sst es doch eigentlich erahnen: Die Veranstaltung ist fĂŒr Polizisten gedacht, nicht fĂŒr BĂŒrgerrechtler und DatenschĂŒtzer oder Privatermittler. An dieser Stelle fallen mir spontan Polizeibeamte ein, die als Referenten (oder aus Interesse) auf Strafverteidigerkongressen erscheinen. Spontane Freundschaftsbekundungen der Strafverteidiger bleiben dann oft die Ausnahme. Man ist halt gern “unter sich”. Schade!

Kommentieren